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Medienscouts klären Gleichaltrige über eine sichere Internetnutzung auf

Medienscouts

Manchmal glaubt man Gleichaltrigen mehr als Lehrern. Insbesondere dann, wenn es um die Risiken der Internetnutzung und anderer sozialer Medien geht. Daher werden an Schulen nun immer häufiger sogenannte “Schul-Medienscouts” eingesetzt. Das sind ausgebildete Schüler, die ihren Klassenkameraden in den eigenen Worten der Jugendlichen wertvolle Tipps für einen sicheren Umgang mit dem Internet geben können.

Facebook, WhatsApp und Co – diese sozialen Netzwerke gehören bei den meisten Schülern inzwischen essenziell zum Alltag. Was man online alles falsch machen kann, werden bad immer mehr Medienscouts ihren Mitschülern berichten. Üblicherweise erfolgt die Teilnahme an dem Projekt in der achten Klasse.
Nach einem erfolgversprechenden Textdurchlauf mit jeweils drei Schulen in Aurich und Nienburg haben sich inzwischen 40 Schulen in Niedersachsen an das Projekt angeschlossen – und weitere zeigen großes Interesse, bald zu folgen, berichtete Andreas Fischer, Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, am Dienstag bei den Safer Internet Days in Hannover. Seine Wunschvorstellung lautet, in naher Zukunft landesweit alle Schulen in das Projekt zu integrieren und es darüber hinaus auf andere Bundesländer auszuweiten. Erste Vorläufer des Projekts befinden sich bereits in Mecklenburg-Vorpommern sowie Nordrhein-Westfalen.

Natürlich stehen die Medienscouts nicht alleine da – sie werden zunächst von Medienpädagogen geschult und erhalten auch nach der Kurzausbildung weiterhin Unterstützung. Das angeeignete Wissen der Schul-Medienscouts kann sich dabei durchaus sehen lassen: Nicht nur die Mitschüler vertrauen auf ihr Wort – selbst Lehrer ziehen die Scouts gerne zurate, wenn in der Klasse Probleme wie Mobbing über soziale Netzwerke aufgetreten sind.

Eine der längst teilnehmenden Schulen im Kreis Aurich ist die Gesamtschule Krummhörn. Hier hat sich eine Medienscout-Sprechstunde am Dienstag etabliert. Die Fragen, die in dieser Sprechstunde an die Scouts gerichtet werden, sind vielfältig. So lassen sich Mitschüler beispielsweise von Kettenbriefen, die per WhatsApp in Umlauf gekommen sind, verunsichern und nehmen darin angedrohte Konsequenzen im Falle des Nicht-Weiterleitens für bare Münze. Die Lösung für das Problem ist ebenso einfach wie hilfreich: Einfach ignorieren.
Auch für Fragen rund um Online-Games sind die Medienscouts offen. Sie können beispielsweise Auskunft darüber geben, welche Spiele für das Alter ihrer Mitschüler geeignet sind oder wo versteckte Kosten lauern.

Lehrerin Christine Kruse gefällt an dem Projekt besonders gut, dass die Schüler und die Scouts sich noch immer auf Augenhöhe begegnen. Wichtig für das gegenseitige Vertrauen ist, dass die Medienscouts nicht als “Internetpolizei” auftreten, sondern konstruktive Ratschläge zur alltäglichen Nutzung liefern. Die Lehrer bleiben bei der Beratung dennoch nicht außen vor. Insbesondere bei ernsten Problemen wie Cybermobbing schalten sie sich dazu.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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